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Prostitution und Menschenhandel

Projekt „Alba“ – Programm zur Betreuung, zum Sozialschutz sowie zur sozialen und beruflichen Eingliederung von Opfern von Menschenhandel und Ausbeutung

Allgemeine Beschreibung

Das Projekt ALBA wurde im Jahr 2003 auf Initiative der Autonomen Provinz Bozen – Amt für Familie, Frauen und Jugend (nunmehr Amt für Jugendschutz und soziale Inklusion) – eingerichtet. Rechtsgrundlagen bilden insbesondere Art. 13 DL Nr. 228/2003 sowie Art. 18 DL Nr. 286/1998, welche die Umsetzung von Hilfs- und Sozialschutzmaßnahmen zur sozialen und beruflichen Eingliederung von Opfern von Menschenhandel und Ausbeutung vorsehen.

Zugangsvoraussetzungen

Das Projekt richtet sich an:

• ausländische Personen, die Opfer von Menschenhandel, sexueller Ausbeutung, Arbeitsausbeutung, häuslicher Ausbeutung, erzwungener Bettelei, Zwangsheirat oder erzwungener illegaler Erwerbstätigkeit sind;

• Personen, die sich infolge von Erfahrungen in der Prostitution in einer Situation besonderer persönlicher Vulnerabilität und sozialer Ausgrenzung befinden.

Rechtsgrundlagen

• Landesgesetz Nr. 13 vom 30. April 1991 – Neuordnung der Sozialdienste in der Provinz Bozen

• Gesetzesdekret Nr. 286 vom 25. Juli 1998 – Einheitstext der Bestimmungen zur Regelung der Einwanderung und zur Rechtsstellung von Ausländern

• D.P.R. Nr. 394 vom 31. August 1999 – Durchführungsverordnung zum Einheitstext 286/98 gemäß Art. 1 Abs. 6

• Gesetz Nr. 228 vom 11. August 2003 – Maßnahmen gegen den Menschenhandel

Weitere Informationen

Die Autonome Provinz Bozen fungiert als koordinierende institutionelle Stelle für die operativ tätigen Organisationen des privaten Sozialwesens: Verein La Strada – Der Weg Onlus (Projektleitung), Verein Voluntarius ODV sowie Sozialkonsortium Consis Onlus.

Die Umsetzung erfolgt im Rahmen eines breit angelegten Netzwerks von Diensten und Einrichtungen auf Provinz- und Regionalebene. Hierzu zählen insbesondere Sozial- und Gesundheitsdienste, Berufsverbände sowie öffentliche und private Einrichtungen einschließlich Justiz- und Strafverfolgungsbehörden.

Auf nationaler Ebene ist das Projekt Teil der vom Dipartimento per le Pari Opportunità (DPO) finanzierten Maßnahmen zur Bekämpfung des Menschenhandels. Die nationale, kostenfreie Hotline (800 290 290) gewährleistet eine kontinuierliche (24/7) Anbindung an das entsprechende Netzwerk.


Projektstruktur und Maßnahmen

Das Projekt ist in drei aufeinander abgestimmte Phasen gegliedert, die jeweils spezifische, miteinander verzahnte Maßnahmen umfassen.

Der Verein Voluntarius ODV ist über die Kontaktstelle für die Erstansprache von Personen zuständig, die der Prostitution im öffentlichen Raum oder in Innenräumen nachgehen, sowie für die Beobachtung des Phänomens. Im Rahmen der Einsätze erfolgt der Aufbau tragfähiger Vertrauensverhältnisse mit dem Ziel der Inanspruchnahme von Hilfsangeboten durch Betroffene sowie der Durchführung einer strukturierten Fallbewertung.

Der Verein La Strada – Der Weg Onlus übernimmt die Gesamtkoordination des Projekts. Zu den Aufgaben zählen insbesondere die Aufnahme der betreuten Personen sowie die Bereitstellung von Unterstützung und sozialpädagogischer Begleitung mit dem Ziel der sozialen und wohnbezogenen Integration. Dies umfasst auch die Organisation geeigneter Unterbringungsformen (Notunterkünfte, Wohneinrichtungen, dezentrale Wohnlösungen).

Das Sozialkonsortium Consis Onlus ist für Maßnahmen der Berufsberatung und Qualifizierung zuständig (Sprachförderung, berufliche Bildung, Erwerb übergreifender Kompetenzen). Ziel ist die Förderung der beruflichen Eingliederung, auch durch die Vermittlung von Praktika, mit dem übergeordneten Ziel der schrittweisen Erlangung umfassender persönlicher Selbstständigkeit (beruflich, sozial und wirtschaftlich).

Die bisherigen Ergebnisse der umgesetzten Maßnahmen sind insgesamt positiv. Ein Großteil der betreuten Personen konnte die angestrebten Ziele der beruflichen Eingliederung und sozialen Integration erreichen, unter Wahrung der persönlichen Würde und unter Einhaltung der geltenden Rechtsvorschriften, sowie eine nachhaltige Integration in die Gesellschaft und die Umsetzung eines individuellen Lebens- und Migrationsprojekts verwirklichen.

Das Projekt ALBA bietet Institutionen, Einrichtungen des Dritten Sektors, Dienstleistern, Strafverfolgungsbehörden sowie Berufsverbänden folgende Leistungen:

• Fachberatung zu den Themen Menschenhandel, Prostitution und Ausbeutung

• Sensibilisierungsmaßnahmen und Fortbildungen

Kontakt

• E-Mail: info@albanontratta.it

• Tel.: 0471 402338 (24-Stunden-Erreichbarkeit)

• Nationale Anti-Menschenhandels-Hotline: 800 290 290

Institutionelle Koordination:

Autonome Provinz Bozen – Amt für Jugendschutz und soziale Inklusion

Tel.: 0471 418239

Zuständiger Sozialdienst:

Betrieb für Sozialdienste Bozen – Bezirk Zentrum/Oberau

Tel.: 0471 324297

Weitere Informationen: www.albanontratta.it